Letzte Änderung:30.07.2017

Tradition

“Holzhauer, zünftige G’selle voll Harz, voll Bier, voll Wii, das Narrenbaumholen und -stellen den Namen verlieh.”

So stellt sich die Holzhauergilde der Narrizella Ratoldi 1841. e. V. vor. Unsere närrischen Ahnen reichen weit in die Geschichte zurück. Sie haben bereits im Mittelalter als Mitglieder der damaligen Fischerzunft den Narrenbaum im Wald gefällt und in Radolfzell aufgestellt.

Damals war das Narrenbaumaufstellen noch ein Privileg. So kann man es der Oberländerchronik des Südkurier Nr. 235/60 entnehmen. Die Chronik der Narrizella Ratoldi, das „Rothe Buch“, erwähnt erstmals das Narrenbaumstellen im Jahre 1844 als herkömmlicher Brauch der Radolfzeller Fasnet.

Nach dem großen schwäbisch-alemannischen Narrentreffen 1950 in Radolfzell formierten sich die lose Gruppe der Holzhauer neu. 1951 gaben sie sich eine Satzung. In diesem Jahr kleideten sich die Holzhauer auch mit einem neuen „Narrenhäs“ ein. Bis auf den heutigen Tag tragen sie im Wald und auf der Straße den braunen Hut – ausgenommen die beiden Förster mit dem grünen Hut- den braunen Wams mit braunem Ledergürtel und dem grünen Kragen. Im Saal jedoch wird ein weißes Hemd und die braune Lederweste getragen. Früher trugen die Holzhauer die Kleidung der Fuhrleute und Holzknechte.

Mit dem neuen Wams und neuer Satzung kam 1951 ein Aufschwung in das närrische Treiben der Holzhauer – die sich ab diesem Jahr Holzhauergilde nannte. Jedes Jahr machen sie mit neuer Freude Fasnet gemäß der 1. Strophe ihrem Holzhauerlied

 „Am Mittwoch vor em Schmutzige goht Fasnet für uns a,

 do holet mir de Narrebom, do hängt viel drum und dra“.

 

Text von Holzhauer Paul Mutter